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Berlinski im Bahnhof

27.​09.​2026

Leipzig | Hauptbahnhof Osthalle | 17 Uhr 

Herman Berlinskis chorsinfonisches Werk "Avodat Shabbat" | Deutsche Erstaufführung zum 25. Todestag 

Konzert im Rahmen von Tacheles - Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen

 

Leipziger Synagogalchor & Gäste

collegium thomanum

Anja Pöche, Sopran

Hanna Hagel, Alt

Falk Hoffmann, Tenor

Akademisches Orchester Leipzig

Leitung: Philipp Goldmann

 

Eintritt frei

 

Schirmherr: Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

 

Das Konzert wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, dem Kulturamt der Stadt Leipzig, der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung, der Friede-Springer-Stiftung und der GVL Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH.

 

Besuchen Sie auch die Werkeinführung / Buchvorstellung am 26.9.2026 in der Alten Handelsbörse!

 

Herman Berlinski wurde als Sohn polnisch-jüdischer Eltern am 18. August 1910 in Leipzig geboren. Ab 1927 studierte er am Konservatorium Klarinette, Klavier, Dirigieren und Musiktheorie. 1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, emigrierte Berlinski mit der Pianistin Sina Goldfein über Polen nach Paris, wo sie 1934 heirateten. Berlinski setzte seine Musikstudien fort und übernahm die musikalische Leitung eines jiddischen Theaters. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs leistete er Militärdienst in der französischen Fremdenlegion. Unter dem Vichy-Regime floh er mit seiner Frau 1941 nach New York. Hier schloss er sich der Reformgemeinde am Temple Emanu-El an, spielte die Orgel und fand nun Zeit für sein kompositorisches Schaffen. Am Jewish Theological Seminary of America erlangte er 1960 den Doktorgrad für geistliche Musik. 1963 wurde er Musikdirektor an der Reform Hebrew Congregation in Washington D. C. Als Organist und als Dozent kam Berlinski ab 1966 mehrfach nach Deutschland und ab 1981 nach Leipzig zurück. Hier gab er Konzerte in der Thomaskirche und im Gewandhaus und hielt Vorlesungen und Seminare in der Musikhochschule.  Am 27. September 2001 verstarb Berlinski in Washington.

 

Berlinskis chorsinfonisches Werk „Avodat Shabbat“ ist die Vertonung eines reformierten Freitagabend-Schabbatgottesdienstes, gesungen in der aschkenasischen Aussprache des Hebräischen. 1958 entstand die erste Fassung für Solist, Chor und Orgel als Auftragswerk für die New Yorker Park Avenue Synagogue. Der Chasan David Putterman ermutigte Komponisten dazu, für seine jährlichen Gottesdienste mit Neuer Musik mit der traditionellen liturgischen Musik zu experimentieren und sie mit moderner Stilistik neu zu interpretieren. Berlinskis Komposition fand die Bewunderung Leonard Bernsteins. Durch sein Urteil ließ sich die Union of American Hebrew Congregations überzeugen, eine Orchestrierung und die Uraufführung der Neufassung zu finanzieren. 

Diese Orchesterfassung für Soli, Chor, Sprecher, Holz- und Blechbläser, Harfen, Streicher und aufwändiges Schlagwerk wurde 1963 im Lincoln Center in New York uraufgeführt. Von weiteren Aufführungen des gesamten Werks in den USA ist nichts bekannt. Anfang 2000 wurde Berlinski vom Milken Archive of Jewish Music nach Berlin eingeladen, um die Ersteinspielung von „Avodat Shabbat“ durch das Berliner Rundfunk-Sinfonieorchester und den Ernst-Senff-Chor zu begleiten, die 2004 beim Label Naxos in der Reihe „Milken Archive of American Jewish Music“ veröffentlicht wurde. Erstmals wurde das Werk in Deutschland gespielt, allerdings nicht in einem öffentlichen Konzert. Soweit bekannt ist, folgten der Einspielung keine Aufführungen, abgesehen von einzelnen Chorstücken, die auch unser Konzertrepertoire bereichern. 

 

Veranstalter

Leipziger Synagogalchor. e. V.

Gerichtsweg 28
04103 Leipzig

(0341) 35123250

E-Mail:
https://www.leipziger-synagogalchor.de/