Leipziger Synagogalchor 2022 © Anne Hornemann | zur StartseiteLeipziger Synagogalchor 2023 © Nikolai Schmidt | zur StartseiteLeipziger Synagogalchor 2023 © Nikolai Schmidt | zur Startseite
 

Sing mit!

Anlässlich des 25. Todestages des Komponisten und Organisten Herman Berlinski (18.8.1910 Leipzig – 27.9.2001 Washington) werden wir im Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen sein chorsinfonisches Werk Avodat Shabbat zum ersten Mal in Deutschland und in Leipzig aufführen.

 

Mitwirkende

Anja Pöche (Sopran) | Falk Hoffmann (Tenor)

Leipziger Synagogalchor | collegium thomanum

Gastsängerinnen und -sänger
Akademisches Orchester Leipzig

Gesamtleitung: Philipp Goldmann

 

Wir suchen Mitsängerinnen und Mitsänger, vorrangig Soprane, Tenöre und Bässe! 

Du hast Zeit und Lust, Teil dieses einzigartigen Chorprojekts zu sein? Du hast Chorerfahrung?

Dann melde Dich bis zum 15. März 2026 unter Angabe Deiner Stimmlage bei uns an und sing mit uns! 

Im Folgenden findest Du alle Informationen.

 

Aufführungen

So, 27.09.2026 | 17 Uhr 

Berlinski im Bahnhof (dt. Erstaufführung von Avodat Shabbat)

Leipzig, Hauptbahnhof, Osthalle

Leitung: Philipp Goldmann

 

Mo, 28.09.2026 | 20 Uhr

Akademisches Konzert (Auszüge)
Leipzig, Gewandhaus, Großer Saal
Leitung: Thomas Hauschild

 

Infos Chor

Anmeldung bis zum 15.03.2026 unter (hier kann man auch alle möglichen Fragen stellen).

Die Noten werden in der ersten Probe ausgegeben. Die Sprache ist Hebräisch, der Notentext ist in englischer Umschrift gut zu lesen.

 

Probentermine Chor

Änderungen vorbehalten.

Di, 31.03.2026 | 19–21 Uhr | Ariowitsch-Haus, Saal, Hinrichsenstr. 14, 04105 Leipzig

Di, 05.05.2026 | 19–21 Uhr | Ariowitsch-Haus

Di, 26.05.2026 | 19–21 Uhr | Ariowitsch-Haus

Di, 30.06.2026 | 19–21 Uhr | Ariowitsch-Haus

Di, 18.08.2026 | 19–21 Uhr | Ariowitsch-Haus

Di, 25.08.2026 | 19–21 Uhr | Ariowitsch-Haus

Mi, 02.09.2026 | 19–21 Uhr | Thomasschule, Hillerstr. 7, 04109 Leipzig

Di, 08.09.2026 | 19–21 Uhr | Ariowitsch-Haus

Fr, 11.09.2026 | 19–21 Uhr | wahrsch. Thomasschule

Sa, 12.09.2026 | 10–13 und 15–18 Uhr | wahrsch. Thomasschule

Do, 17.09.2026 | 18:15–21:30 Uhr Chor und Orchester | Ort n.n.

Mi, 23.09.2026 | evtl. Zusatzprobe

Fr, 25.09.2026 | 18:15–21:30 Uhr Gesamtprobe | Lutherkirche, Ferdinand-Lassalle-Str. 25, 04109 Leipzig

Sa, 26.09.2026 | 13:45–17 Uhr Generalprobe | Lutherkirche

 

Der Komponist

Boris Berlinski und Dora Berlinski geb. Wygodski waren 1905 aus Angst vor Pogromen aus Łódz nach Leipzig geflohen, wo sie ein Textilgeschäft eröffneten. Am 18. August 1910 wurde Herman Berlinski als jüngstes von sechs Kindern geboren; die Familie wohnte in der Eisenbahnstr. 17, später in der Pfaffendorfer Str. 13. Ab 1927 studierte er am Konservatorium Klarinette, Klavier, Dirigieren und Musiktheorie. 1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, emigrierte Berlinski mit der Pianistin Sina Goldfein über Polen nach Paris, wo sie 1934 heirateten. 

Berlinski setzte seine Musikstudien fort und übernahm die musikalische Leitung eines jiddischen Theaters. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs leistete er Militärdienst in der französischen Fremdenlegion. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs floh er mit seiner Frau 1941 nach New York. Hier schloss er sich der Reformgemeinde am Temple Emanu-El an, spielte die Orgel und fand nun Zeit für sein kompositorisches Schaffen. Am Jewish Theological Seminary of America erlangte er 1960 den Doktorgrad für geistliche Musik. 1963 wurde er Musikdirektor an der Reform Hebrew Congregation in Washington D. C. 

Als Organist und als Dozent kam Berlinski ab 1966 mehrfach nach Deutschland und ab 1981 nach Leipzig zurück. Hier gab er Konzerte in der Thomaskirche und im Gewandhaus und hielt Vorlesungen und Seminare in der Musikhochschule. Stets besuchte er das Grab seiner 1921 in Leipzig verstorbenen Mutter auf dem Alten Israelitischen Friedhof. Seit den 1990er Jahren verband ihn eine Freundschaft mit dem Musikwissenschaftler Dr. Thomas Schinköth. Am 27. September 2001 verstarb Berlinski in Washington. Im Herbst 2026 erscheint im Leipziger Verlag Hentrich & Hentrich eine "Jüdische Miniatur" zum Leben und Wirken von Herman Berlinski und Sina Berlinski, geb. Goldfein, geschrieben von Dr. Thomas Schinköth und herausgegeben vom Leipziger Synagogalchor e. V.

 

Das Werk

Berlinskis chorsinfonisches Werk Avodat Shabbat ist die Vertonung der Liturgie eines Gottesdienstes zum Beginn des Schabbats am Freitagabend, wie sie in den reformierten Synagogen ausgeübt wurde und wird. Die Sprache ist Hebräisch in der aschkenasischen Aussprache. 1958 entstand die erste Fassung für Solist, Chor und Orgel als Auftragswerk für die Park Avenue Synagogue in New York. Der Chasan David Putterman ermutigte Komponisten dazu, für seine jährlichen Gottesdienste mit Neuer Musik mit der traditionellen liturgischen Musik zu experimentieren und sie mit moderner Stilistik neu zu interpretieren. 

Berlinskis Komposition fand die Bewunderung Leonard Bernsteins. Durch sein Urteil ließ sich die Union of American Hebrew Congregations überzeugen, die Orchestrierung und die Uraufführung der Neufassung zu finanzieren. Diese Orchesterfassung für Soli, Chor, Sprecher, Holz- und Blechbläser, Harfen, Streicher und aufwändiges Schlagwerk wurde 1963 im Lincoln Center in New York uraufgeführt. Von weiteren Aufführungen des gesamten Werks in den USA ist nichts bekannt. Anfang 2000 wurde Berlinski vom Milken Archive of Jewish Music nach Berlin eingeladen, um die Ersteinspielung von Avodat Shabbat durch das Berliner Rundfunk-Sinfonieorchester und den Ernst-Senff-Chor zu begleiten. Die Aufnahme wurde 2004 beim Label Naxos in der Reihe „Milken Archive of American Jewish Music“ veröffentlicht. Erstmals wurde das Werk in Deutschland gespielt, allerdings nicht in einem öffentlichen Konzert. Der Einspielung folgten keine Aufführungen, abgesehen von einzelnen Chorstücken, die auch das Konzertrepertoire des Leipziger Synagogalchores bereichern.